{"id":29,"date":"2017-11-26T21:23:27","date_gmt":"2017-11-26T21:23:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sy-ladysunshine.de\/?p=29"},"modified":"2023-01-24T21:37:32","modified_gmt":"2023-01-24T21:37:32","slug":"26-11-2017-wir-satteln-um-kolumbiens-vielfalt-auf-dem-rucken-der-pferde-erleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sy-ladysunshine.de\/index.php\/2017\/11\/26\/26-11-2017-wir-satteln-um-kolumbiens-vielfalt-auf-dem-rucken-der-pferde-erleben\/","title":{"rendered":"26.11.2017 &#8211; Wir satteln um \u2013 Kolumbiens Vielfalt auf dem R\u00fccken der Pferde erleben"},"content":{"rendered":"\n<p>Drei Wochen haben wir uns vorgenommen einen kleinen Teil Kolumbiens \u2013 das neue Vorzeigeland S\u00fcdamerikas &#8211; zu bereisen. Unser Boot steht unterdessen an Land und bekommt einen neuen Unterwasseranstrich. Wir freuen uns also nach unserer Landreise, wieder ein schickes, sauberes und durch den neuen glatten Rumpf auch wieder ein schnelles Schiff vorzufinden. Aber zun\u00e4chst liegt erst einmal der Urlaub auf dem Land vor uns.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Wir fliegen von Santa Marta nur etwa eine Stunde nach Medellin. Mit 2,4 Millionen Einwohnern ist sie nach Bogota die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt Kolumbiens. In den 80er und 90er Jahren war Medellin bekannt f\u00fcr ihr Drogenkartell und der hohen Mord- und Kriminalit\u00e4tsrate. Nun gilt die ehemals gef\u00e4hrlichste Stadt der Welt als relativ sicher und als Geheimtipp. Da St\u00e4dtereisen mit Kleinkindern nicht unbedingt entspannt sind, beschlossen wir, nur drei Tage in Medellin zu bleiben, um dann im Umland wieder Erholung zu suchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Medellin wirkte auf uns unglaublich laut, hektisch und dreckig. Um nicht ziellos durch die \u00fcberf\u00fcllten Stra\u00dfen zu irren, schlossen wir uns einer vierst\u00fcndigen Stadtf\u00fchrung (Real-City-Tours) an, die uns die Geschichte Medellins n\u00e4her brachte und uns quer durchs Stadtzentrum f\u00fchrte. Der kolumbianische Stadtf\u00fchrer war sehr um unsere Sicherheit bedacht, schleuste uns um gro\u00dfe Menschenansammlungen herum und bat uns bei einigen Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen, nicht die Gruppe zu verlassen und den Rucksack doch lieber vor dem Bauch zu tragen. Gut zu wissen, waren wir einen Tag vorher doch sehr unbedarft durch dieses Viertel geschlendert und f\u00fchlten uns eigentlich relativ sicher.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Genug von der Stadt verbrachten wir den Nachmittag im wirklich sehenswerten Botanischen Garten. Der n\u00e4chste Tag f\u00fchrte uns mit der Seilbahn hoch hinaus in die Berge in den Parque Arvi. Die Wanderwege sind hier ausschlie\u00dflich mit spanisch sprechenden Guides zu betreten, die aber wirklich nur sehr kleines Geld f\u00fcr ihre Dienste beanspruchen. Wir hatten eine Orchideentour gebucht und bekamen dabei aber nur sehr wenige und kleine Orchideen zu Gesicht (Martinique war hier wesentlich eindrucksvoller), die erst dort angesoegdelt werden mussten, um einen Orchideengarten pr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen. Die Fahrt mit der Seilbahn raus aus der Stadt ist aber trotzdem lohnenswert, der Blick \u00fcber das H\u00e4usergewimmel in diesem langen Talkessel hat uns sehr beeindruckt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die n\u00e4chsten 18 Tage hatten wir uns ein Auto gemietet, um die Strecke nach Bogota zur\u00fcckzulegen, wovon unser R\u00fcckflug nach Santa Marta aus geplant war. Ein Mietauto ist zwar nicht gerade das g\u00fcnstigste Fortbewegungsmittel in Kolumbien, aber es verschaffte uns unglaubliche Flexibilit\u00e4t beim Reisen und nat\u00fcrlich auch in der Gep\u00e4ckmitnahme. Andere Reisende berichteten uns auch, dass sie das Busfahren in Kolumbien nur mit Reisemedikamente \u00fcberstehen w\u00fcrden, da die Stra\u00dfen in den Bergen unglaublich kurvig sind. Da wir beim Segeln schon genug von \u00dcbelkeit und kotzenden Kindern geplagt werden, entschlossen wir uns hier, doch ein wenig Luxus zu g\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Von Medellin aus erreichten wir in etwa 2 Stunden Guatape, ein beliebtes Urlaubsziel der Einheimischen. Guatape ist umgeben von einem riesigen Stausee und ist bekannt f\u00fcr die kunstvolle und bunte Bemalung der kleinen H\u00e4user. F\u00fcr die Kinder g\u00f6nnten wir uns den Spa\u00df, die Stadt mit einem TukTuk zu erkunden. Die eigentliche Attraktion der Region ist aber der El Penon de Guatape, ein riesiger Felsen, der aus der Seenlandschaft aufragt. Knapp 700 Stufen f\u00fchren zum Gipfel, auf dem wir dann einen gro\u00dfartigen Ausblick \u00fcber die Landschaft genie\u00dfen konnten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die n\u00e4chsten Tage verbrachten wir in Jardin, ein kleines buntes \u00d6rtchen umrahmt von Kaffee- und Bananenplantagen. Die Umgebung erkundet man hier am besten auf dem R\u00fccken der kolumbianischen Pferde. Wir fuhren also mit dem Jeep zu der kleinen Finca von Jaime, der uns jeweils auf ein kleines Pferd und Javik auf einen Esel setzte. Der obligatorische Gauchohut durfte nat\u00fcrlich auch nicht fehlen. Junus verschlief die H\u00e4lfte des zweist\u00fcndigen Ausritts, so gut gefiel ihm anscheinend das Geschaukel und der Ausblick \u00fcber die malerischen Berge. Nachdem wir ein wenig Vertrauen in die Pferde gefasst hatten, konnte ich den Ausritt mit dem schlafenden Junus vor mir im Sattel ebenfalls genie\u00dfen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Jardin ging es f\u00fcr uns durch eine kurvige Landschaft nach Jerico. Ein weiteres kleines, buntes D\u00f6rfchen, mitten in den Bergen, mit Pferden an jeder Ecke. Jardin ist ein kleiner Ferienort f\u00fcr die Kolumbianer, ausl\u00e4ndische Touristen sieht man hier kaum. Da gerade ein Feiertag war, bekamen wir nur im besten Hotel direkt in der Stadtmitte ein Zimmer. Ben handelte aber einen guten Preis aus, und so g\u00f6nnten wir uns eine Luxus Suite mit Balkon und einem eigenen Dampfbad.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das n\u00e4chste Ziel war ein Freizeitzoo f\u00fcr Kinder, den uns eine kolumbianische Familie, die wir in Jerico getroffen haben, empfohlen hatte. Hier gab es nur heimische Tiere zu sehen. Am besten gefielen Junus und Javik die K\u00fche, die in einer Arena lautstark von den Kolumbianern gefeiert wurden. Als einzige ausl\u00e4ndische Touristen stachen wir in dem sonst nur aus Kolumbianern bestehenden Publikum sehr ins Auge und so musste Ben sich einem Wettbewerb im Kuhmelken stellen, den er leider sang- und klanglos verlor, da er aufgrund seiner mangelnden Spanischkenntnisse nicht verstand, was \u00fcberhaupt von ihm verlangt wurde \uf04a<\/p>\n\n\n\n<p>Das Highlight unserer Reise war das Dorf Salento in der Kaffeezone von Kolumbien. Nat\u00fcrlich haben wir uns hier eine Kaffeeplantage angeschaut, haben Kaffee gepfl\u00fcckt, ger\u00f6stet und probiert. Aber am interessantesten fanden wir das Cocora Valley, in dem riesige Wachspalmen steil in den Himmel ragen. Da wir Kolumbien in der Regenzeit besuchten, hatten wir immer nur bis mittags f\u00fcr Ausfl\u00fcge und Wandertouren Zeit, da es den Rest des Tages ununterbrochen wie aus K\u00fcbeln goss. So entschieden wir uns, das Tal an zwei Tagen &#8211; jeweils an einem Tag die eine und die andere Talseite -und wieder mit den Pferden zu erkunden. Eine sehr abenteuerliche Tour, da aufgrund des Regens der Fluss, der durch das Tal flie\u00dft und den wir 6x durchqueren mussten, extrem angestiegen war. Das Wasser reichte den Pferden bis zum Bauch und sie mussten sich offensichtlich \u00fcberwinden, den rei\u00dfenden Fluss zu durchwaten. Wir waren erstaunt wie problemlos die Pferde den Auf- und Abstieg trotz der Wetterbedingungen meisterten. Trittsicher brachten sie uns hinauf in die Berge zu einer kleinen H\u00fctte, in der man bei hei\u00dfem Kakao die umherschwirrenden Kolibris beobachten konnte. Javik gl\u00fcckte es sogar, einen an den Federn anzufassen, so zutraulich waren die kleinen V\u00f6gel gegen\u00fcber den ihnen wohlbekannten Touristen. Nach f\u00fcnf Stunden kamen wir m\u00fcde und durchn\u00e4sst wieder im Tal an. Junus schlief unter dem Poncho, der uns vor dem Regen sch\u00fctzte, beim Abstieg schon ein und Javik fiel vor M\u00fcdigkeit fast vom Pferd. Uns ging es ganz genauso.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bis zum R\u00fcckflug in Bogota hatten wir noch drei Tage Zeit. Einen Zwischenstopp legten wir noch bei der Mutter eines Freundes von uns ein. Sie wohnte in einem kleinen Dorf mitten in den Bergen, etwa zwei Stunden von Bogota entfernt. Das H\u00e4uschen lag inmitten einer kleinen Plantage mit den leckersten Mangos, Bananen, Orangen und Papayas, die man sich vorstellen kann. Leider konnte Dora Ligia kein Englisch und so versuchten wir uns, zwei Tage mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen zu verst\u00e4ndigen, was nicht immer ganz einfach war. So gerne h\u00e4tten wir mehr von ihr und ihrem Leben in den Bergen erfahren!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Unser letztes Ziel war ein Nebelwald bei Bogota. Wir campierten hier f\u00fcr eine Nacht in einem Baumhaus, was Ben wieder einmal auf Ideen brachte, wie doch unser n\u00e4chstes Heim nach dem Segelboot aussehen sollte \ud83d\ude09&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach knapp drei Wochen landeten wir wieder in der Hitze und Trockenheit von Santa Marta. Unser Boot war nat\u00fcrlich noch nicht im Wasser, aber knapp eine Stunde nach unserer Ankunft und Bens Dr\u00e4ngen, konnten wir die Lady Sunshine doch endlich wieder beziehen. Klein wirkte das Boot auf uns. An Land war doch alles irgendwie gr\u00f6\u00dfer und einfacher. Wir brauchten einige Tage, um uns einzuleben und im Seglerleben wieder anzukommen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das n\u00e4chste Ziel hei\u00dft nun San Blas Inseln, Panama. Der Traum eines jeden Seglers \u2013 zumindest in der Karibik \u2013 und das Gebiet, das dem Pazifik bekanntlich am n\u00e4chsten kommt. So haben wir es zumindest geh\u00f6rt. In den n\u00e4chsten Wochen werden wir uns selbst ein Bild dar\u00fcber machen\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drei Wochen haben wir uns vorgenommen einen kleinen Teil Kolumbiens \u2013 das neue Vorzeigeland S\u00fcdamerikas &#8211; zu bereisen. Unser Boot steht unterdessen an Land und bekommt einen neuen Unterwasseranstrich. Wir freuen uns also nach unserer Landreise, wieder ein schickes, sauberes und durch den neuen glatten Rumpf auch wieder ein schnelles Schiff vorzufinden. 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